Am 30. Mai 1950 trafen sich im Gasthaus Ritter 25 Wanderer in der Absicht einen Gebirgs- und Heimatverein zu gründen. Den Vorsitz des neuen Vereins übernahm Dr. med. Kurt Feustel.

Zwei Jahre später hatte der Verein bereits 76 Mitglieder. Der Verein entfaltete eine lobenswerte Regsamkeit. Er führte Wanderungen, Vortragsabende und andere kulturelle Veranstaltungen durch. Die Ortsverschönerung und die Errichtung des Ehrenmals oberhalb Heinebachs waren die ersten Schwerpunkte der Vereinsarbeit.

Der Heimat- und Wanderverein wurde Zweigverein des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins.

Eine wertvolle Bereicherung des Vereinslebens stellte der im Jahr 1955 erfolgte Anschluss des seit 1950 bestehenden Mandolinenclubs Oberellenbach unter Leitung von Gerd Plewe als Jugend- und Musikgruppe dar. Sie gab sich den Namen Ellenbacher Musikanten und war über Jahre ein fester Bestandteil des Vereins.

Ohne die Mitarbeit des Heimatvereins wäre auch die 900-Jahrfeier der Gemeinde Heinebach nicht denkbar gewesen. Die Chronik die dazu unter Mitarbeit des Heimatvereins entstanden ist, dient mir auch jetzt noch als zuverlässige Quelle zur Heimatgeschichte.

Der Heimatverein entwickelte sich zum Motor des Fremdenverkehrs in unserer Gemeinde. Leider suchten die Feriengäste immer fernere Ziele, so dass sich dies rückläufig entwickelte. Schnell wurde auch der Wunsch nach einen eigenen Vereinsheim, der Berghütte auf der Kalten Heide, verwirklicht, die 1976 erweitert wurde und Platz für Gruppen bis zu 60 Personen Platz hat. Aber auch die bis zu 300 Gäste der traditionellen Sonnwendfeiern finden im Außenbereich Platz.

Bekanntheit erlangte der Verein auch durch die Entdeckung der Festung Heineberg durch den damaligen Vorsitzenden Friedrich Rauch im Jahr 1971. Bereits im Jahr 1974 wurde die Festung durch archäologische Untersuchungen bestätigt. Gleichzeitig fand man Fundamentmauern zweier Kirchen. Durch regelmäßige Begehungen des Heineberges und der die Ortschaft Heinebach umgebenden Wälder, die er gemeinsam mit dem damaligen Vereins-Kulturwart Martin Kollmann unternahm, fanden beide viele Spuren menschlichen Lebens vor, die sorgfältig notiert und bewertet wurden.

1993 entstand eine Familienwandergruppe die eine andere Art zu Wandern hat als die bisherige Hauptwandergruppe. Hier entwickelte man schon auf den Wanderungen Ideen, die Natur und die Heimatgeschichte für die Kinder praktisch erlebbar zu machen.

Familienwanderung zum Alheimer

Nachdem mit dem Tod von Friedrich Rauch dieser Zweig der Vereinsarbeit vorübergehend eingeschlafen war, wurde er durch Manfred Eifert nach seiner Wahl zum Vereinskulturwart im Jahr 1994 neu belebt. Die Haupttätigkeit bestand zunächst darin, die Aufzeichnungen von F. Rauch zu sichten und neu zu bewerten. Darüber hinaus galt es entsprechende Fachliteratur zu finden und zur Bewertung heranzuziehen. Hier war die Hessenstube des Geschichtsvereins Rotenburg im Medienzentrum des Kreises Hersfeld-Rotenburg eine große Hilfe. 1994 veranstalteten wir ein Heineberg-Symposium, zu dem wir alle Personen eingeladen haben, die mit den Ausgrabungen zu tun hatten oder sich dafür interessiert haben. Hier konnte uns Dr. Klaus Sippel, Lohfelden, der in seiner Studentenzeit bei den Ausgrabungen geholfen hat, wertvolle Informationen geben.

Im Jahr 1997 wurde eine neue Informationstafel mit den Erkenntnissen der Archäologen der Öffentlichkeit übergeben. Die Finanzierung erfolgte durch den Heimat- und Wanderverein Heinebach, der diese Gelder aus einer Erbschaft erhalten hatte. Nachdem der Versuch des Vereins gescheitert war, den Heineberg zu kaufen, wurde ein anderer Weg gesucht und gefunden, um den Heineberg und weitere Spuren menschlichen Lebens in der Landschaft um Heinebach für die Menschen zu erschließen. So entstand die Idee des Kulturhistorischen Rundwanderweges, dem Kernstück unseres heimatgeschichtlichen Projektes.

1998 lud die Gemeinde Alheim zur Mitarbeit im gemeindlichen Tourismusbeirat ein. Die Aufgabe des Beirats war es, touristische Ideen zu entwickeln und in ehrenamtlichen Arbeitsgruppen umzusetzen. Da wir bereits ein Konzept für unseren Rundwanderweg vorlegen konnten, wurde der Kulturhistorische Rundwanderweg Alheim offiziell in das Tourismuskonzept der Gemeinde Alheim aufgenommen. Dies führte dazu, dass wir den fachlichen und geschichtlichen Teil geleistet haben, während der Bauhof der Gemeinde Alheim die Wegweiser und Informationstafeln hergestellt und auch an Ort und Stelle aufgestellt hat. Der Rundwanderweg wurde am 26. Juni 1999 offiziell eingeweiht. Eine geführte Rundwanderung auf diesem Rundwanderweg gehört bereits zum Pauschalangebot des örtlichen Tourismusgewerbes.

Im Oktober 2000 wurde unsere Idee und Umsetzung des Konzeptes des Kulturhistorischen Rundwanderweges mit dem 1. Preis des Förderpreises Hessische Heimatgeschichte ausgezeichnet. Damit wollen wir jedoch nicht die Beine hochlegen, sondern weiter den geschichtlichen Spuren unserer Heimatgemeinde nachgehen. Mit den Kindern und Jugendlichen der Familienwandergruppe wollen wir den Rundwanderweg noch weiter durch verschiedene Rekonstruktionen ausbauen und erlebbar machen.

Ein weiteres Konzept eines Eiszeitwanderweges im Bereich der Heinebacher Gipsbrüche mit ihren zahlreichen Funden von eiszeitlichen Skelettfunden und einem Lagerplatz von Eiszeitlichen Jägern ist ebenfalls in Arbeit.

Im Oktober 2002 haben wir eine heimatkundliche Dauerausstellung im Bürger- und Seniorentreff in Heinebach der Öffentlichkeit übergeben. Hier sind Fundstücke der Ausgrabungen und allerlei Wissenswertes zu unserer Heimatgeschichte zu erleben. Diese Ausstellung wurde nach Ablauf der von uns gestalteten Ausstellung "Bekanntes - Unbekanntes -Heinebach" im Herbst 2003 Wasserbettenstudio Wiesener, Rotenburg, mit weiteren Exponaten ergänzt und ausgebaut.

Ausstellungseröffnung "Bekanntes-Unbekanntes-Heinebach"

Im Bürgerbüro Heinebach haben wir eine kleine Ausstellung zur Ortsgeschichte Heinebachs aufgebaut zu der wir einige Exponate aus der Ausstellung in Rotenburg verwenden konnten. Aber wir haben auch noch einige andere Exponate hinzugefügt.